
Steinholzestrich sanieren
Rötlicher, weicher Estrich im Altbau? Steinholz- und Magnesiaestriche sowie alte Ausgleichsmassen enthalten oft Asbest. Wir prüfen, tragen ab und messen frei – abgeschottet und nach TRGS 519.
Estrich und Massen
Steinholz, Magnesia, Ausgleichs- und Spachtelmassen – alle Schichten im Blick.
Probe aller Schichten
Wir beproben Belag, Kleber und Estrich gemeinsam – kein Aufbau bleibt ungeprüft.
Abgeschottet abtragen
Unterdruck, H-Absaugung, Feinreinigung – auch bei dicken Schichten.
Freimessung inklusive
Prüfbericht und Entsorgungsnachweis.
Was ist Steinholzestrich?
Steinholzestrich – auch Magnesiaestrich oder Magnesitestrich – ist ein Estrich aus gebranntem Magnesit, Magnesiumchloridlösung und organischen Füllstoffen wie Holzmehl, Sägespänen oder Kork. Er wurde von etwa 1920 bis in die 1960er Jahre verlegt, in der DDR teils bis in die 1980er, und war beliebt, weil er warm, fußfreundlich, dünn und günstig war. Man findet ihn in Gründerzeithäusern, Wohnungen der 1920er und 30er, Nachkriegsbauten und Schulen – meist rötlich, braun oder ockerfarben, seltener grau, mit einer glatten, leicht speckigen Oberfläche.
Zur Armierung und als Füllstoff wurden dem Estrich in vielen Rezepturen Asbestfasern beigemischt. Der Anteil ist gering, die Bindung fest. Beim Bohren, Fräsen, Stemmen oder Schleifen werden die Fasern jedoch frei – und genau das passiert bei jeder Sanierung, bei der ein neuer Boden entstehen soll.
Woran erkennen Sie Steinholzestrich?
Steinholzestrich ist mit etwas Übung gut zu erkennen:
- **Farbe:** rot, rotbraun, ocker, seltener grau – die Farbe stammt von Eisenoxid-Pigmenten.
- **Oberfläche:** glatt, oft geölt oder gewachst, mit feinen Rissen; wirkt „weicher“ als Zementestrich.
- **Härte:** Ein Schraubenzieher lässt sich eindrücken, die Kante bröckelt holzig statt zu splittern.
- **Dicke:** dünn, meist 15 bis 30 mm, oft direkt auf Holzbalkendecke oder Schlackefüllung.
- **Aufbau:** häufig unter Linoleum, Stragula oder alten PVC-Belägen; die Ränder an den Wänden sind hochgezogen.
- **Feuchte:** Bei Wasserschäden quillt der Estrich, wird weich und riecht muffig; freiwerdendes Magnesiumchlorid greift Metallteile an.
- **Baujahr:** Gebäude oder letzte Kernsanierung vor etwa 1965 (West) beziehungsweise vor 1990 (Ost).
Enthält Steinholzestrich immer Asbest?
Nein. Viele Steinholzestriche wurden mit Holzmehl oder Sisal armiert, andere mit Asbest, manche mit beidem. Der Anteil schwankt zwischen null und einigen Prozent, je nach Hersteller, Region und Jahr. Mit bloßem Auge ist der Unterschied nicht zu sehen. Vor jeder Bearbeitung – auch vor dem Ausgleichen oder dem Verlegen mit Verschraubung – braucht es deshalb eine Materialprobe im Labor.
Wir beproben dabei nicht nur den Estrich, sondern den gesamten Aufbau: Belag, Kleber, Ausgleichsmasse, Estrich. Nicht selten ist der Estrich sauber, aber die dünne Spachtelschicht darauf enthält Asbest – oder umgekehrt.
Asbest in Ausgleichsmasse und Spachtelmasse
Ein Sonderfall, der oft übersehen wird: Ausgleichs- und Spachtelmassen aus den 1960er bis frühen 1980er Jahren enthielten teilweise Asbest als Füllstoff, weil er die Rissbildung verringerte. Diese Schichten sind nur wenige Millimeter dick, liegen unter Platten oder Teppich und werden beim Kleberabtrag zwangsläufig mit bearbeitet. Wer nur Platten und Kleber prüft, arbeitet unter Umständen trotzdem an Asbest. Deshalb gehört die Ausgleichsmasse in jede Probe – und wenn sie positiv ist, in denselben abgeschotteten Abtrag.
Muss Steinholzestrich raus – oder kann er bleiben?
Ein intakter, trockener Steinholzestrich unter einem intakten Belag kann liegen bleiben, solange niemand an ihm arbeitet. Sobald aber ein neuer Bodenaufbau kommt, Leitungen in den Boden sollen, der Estrich feucht geworden ist oder er bereits bröckelt, muss er fachgerecht abgetragen werden. Überdeckungsarbeiten an asbesthaltigen Materialien sind seit der Gefahrstoffverordnung 2024 nur noch in engen Ausnahmen zulässig – und ein feuchter Steinholzestrich ist ohnehin verloren, weil das freiwerdende Magnesiumchlorid Bewehrung, Rohre und Nägel in der Decke angreift.
Häufig ist die Frage deshalb nicht „ob“, sondern „wann und wie“. Bei Wasserschäden empfehlen wir, den betroffenen Bereich zügig zu sanieren, bevor die Feuchte in die Holzbalkendecke wandert.
So sanieren wir asbesthaltigen Steinholzestrich
Estrich-Abtrag erzeugt mehr Staub als Platten und Kleber. Deshalb ist die Abschottung hier besonders wichtig:
- **Anzeige und Arbeitsplan.** Mindestens sieben Tage vor Beginn bei der Bezirksregierung, mit Angabe des Verfahrens und der Schutzmaßnahmen.
- **Abschottung mit Unterdruck.** Folienabschottung, Personenschleuse bei größeren Flächen, Unterdruckgerät mit H-Filter.
- **Belag und Kleber zuerst.** Liegt noch ein Belag darauf, wird er im selben Einsatz entfernt – siehe [Floor-Flex-Platten](/floor-flex-platten-entfernen) und [Asbestkleber](/asbestkleber-entfernen).
- **Abtrag des Estrichs.** Je nach Dicke und Untergrund mit Fräse, Stemmhammer oder Schleifmaschine – immer mit direkt angeschlossener H-Absaugung und angefeuchtetem Material, um Staub zu binden.
- **Verpackung.** Estrichbruch wird in reißfesten Big Bags verpackt; die Menge ist deutlich größer als bei Platten – wir planen den Abtransport entsprechend.
- **Feinreinigung und Freimessung.** Alle Oberflächen absaugen und feucht wischen; Raumluftmessung mit Freigabe unter 500 Fasern/m³.
- **Übergabe.** Prüfbericht, Entsorgungsnachweis und ein Rohboden (Holzbalkendecke, Betondecke), auf dem der neue Aufbau geplant werden kann.
Was kostet die Sanierung von Steinholzestrich?
Estrich-Abtrag ist aufwendiger als Platten und Kleber: mehr Volumen, mehr Staub, schwerere Big Bags, oft ungünstige Zugänglichkeit im Altbau. Der Preis richtet sich nach Fläche, Dicke, Untergrund (Holzbalkendecke oder Beton), Geschoss und Entsorgungsmenge. Als Orientierung liegt der Quadratmeterpreis über dem für Floor-Flex-Platten, bei größeren zusammenhängenden Flächen sinkt er spürbar. Nach einer Besichtigung – die bei Estrich sinnvoll ist – erhalten Sie einen Festpreis mit allen Positionen. Kostenfaktoren im Detail: Kosten.
Aus der Praxis
Gründerzeithaus, Baujahr 1908, Herford-Innenstadt. Wasserschaden in der Küche einer Erdgeschosswohnung, der rötliche Estrich war aufgequollen. Probe: Asbest im Steinholzestrich, Linoleum darüber sauber. Fläche rund 14 m², Dicke 25 mm auf Holzbalkendecke. Zwei Tage Abtrag mit Abschottung und Personenschleuse, Freimessung am dritten Tag. Die Holzbalken waren an zwei Stellen angegriffen – der Zimmerer konnte nach der Freigabe direkt übernehmen.
So läuft die Sanierung ab
- 01
Foto und Beschreibung
Farbe, Oberfläche, Baujahr, ob feucht. Gern ein Bild von einer Bruchkante.
- 02
Probe aller Schichten
Belag, Kleber, Ausgleichsmasse, Estrich – getrennt beprobt.
- 03
Besichtigung und Festpreis
Bei Estrich sehen wir uns Aufbau und Zugänglichkeit vor Ort an.
- 04
Anzeige
Sieben Tage vor Beginn bei der Bezirksregierung.
- 05
Abtrag unter Absaugung
Abgeschottet, angefeuchtet, mit H-Sauger am Werkzeug.
- 06
Freimessung
Prüfbericht, Entsorgungsnachweis, Rohboden für den neuen Aufbau.
Steinholzestrich sanieren in Ihrer Stadt
Betriebsstandort Bielefeld – kurze Wege in ganz Ostwestfalen-Lippe, planbare Einsätze im Ruhrgebiet, Münsterland und Rheinland.
Häufige Fragen
Rötlicher, brauner oder ockerfarbener Estrich mit glatter, leicht speckiger Oberfläche, weicher als Zementestrich, meist 15 bis 30 mm dünn, in Gebäuden vor etwa 1965 (West) beziehungsweise 1990 (Ost). Beim Anritzen bröckelt er holzig.
Verwandte Leistungen
Ist das Asbest? Wir sagen es Ihnen.
Schicken Sie uns ein Foto vom Boden und ein paar Eckdaten – Sie bekommen eine ehrliche Ersteinschätzung, ob und wie saniert werden sollte.
- 0174 8083023 – auch WhatsApp
- Mo–Fr 7:00–18:00 Uhr, Sa nach Vereinbarung
- E-Mail: info@rueckbaupro.de